Wachstumschancen in Sicht
Die wirtschaftlichen Aussichten für Deutschland und Österreich präsentieren sich aktuell als ein Bild mit zwei unterschiedlichen Geschwindigkeiten, doch bei genauerem Hinsehen wird deutlich: Für Unternehmen kann gerade jetzt ein passendes Zeitfenster für eine Wachstumsoffensive sein. Während Deutschland vor einem sich abzeichnenden Aufschwung steht, kämpft Österreich noch mit hausgemachten strukturellen Herausforderungen.
Deutschland vor Aufwärtstrend
Für die deutsche Wirtschaft prognostiziert das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) eine deutliche Belebung. Nach einem minimalen Wachstum von 0,2 % im laufenden Jahr soll die Konjunktur spürbar an Fahrt aufnehmen:
- Für 2026 wird ein Wachstum von 1,7 % erwartet.
- Für 2027 wird sogar ein Wachstum von 1,8 % erwartet.
Getragen wird dieser Aufschwung durch massive staatliche Investitionspakete in Infrastruktur, Klimaschutz und Verteidigung sowie durch einen erstarkenden privaten Konsum, der von steigenden Reallöhnen profitiert. Strategische Treiber wie Investitionen in Digitalisierung und Künstliche Intelligenz werden als entscheidend für die zukünftige Innovationsfähigkeit der Unternehmen angesehen. Diese klaren Wachstumssignale schaffen ein positives Umfeld für Unternehmen, die bereit sind, zu investieren und zu expandieren.
Österreich: Verhaltene Erholung mit strukturellen Hürden
Österreichs Wirtschaft erholt sich langsamer aus der längsten Rezession der Nachkriegsgeschichte. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) prognostiziert für das laufende Jahr nur ein Wachstum von 0,3 %, das sich in den Folgejahren auf rund 1 % beschleunigen soll – ein im historischen Vergleich unterdurchschnittlicher Wert.
Spezifische Gründe für die verhaltene Entwicklung:
- Eine ausgeprägte Industrierezession, die zu einem Verlust von 8 % bei den Export-Marktanteilen führte.
- Eine starke Konsumschwäche trotz gestiegener Realeinkommen.
- Ein Einbruch bei den Wohnbauinvestitionen.
Die größte Herausforderung bleibt jedoch die hartnäckig hohe Inflation, die mit einem Wert von 4,1 % im August einen Jahreshöchststand erreichte und deutlich über dem Niveau des Euroraums liegt. Haupttreiber ist die Dienstleistungsinflation, befeuert durch eine starke Lohnentwicklung, die die Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich belastet.
Das strategische Zeitfenster für Unternehmen
Trotz der unterschiedlichen Ausgangslagen ergibt sich eine klare strategische Schlussfolgerung: Den aktuellen Prognosen folgend, ist für eine betriebliche Wachstumsoffensive ein gutes Zeitfenster gegeben. Der Schlüssel ist die richtige betriebliche Basis:
- Innovative, skalierbare Produkte oder klare Wachstumschancen in Nischenmärkten.
- Technologiegetriebene Nachhaltigkeitsanpassungs- und Digitalisierungsinvestitionen als entscheidende wirtschaftsstimulierende Treiber.
Die aktuell in der politischen Umsetzung befindliche Reduktion von überschießender Regulatorik könnte zudem dazu beitragen, Zielkonflikte zwischen ökologischer Nachhaltigkeit und unternehmerischer Ertragskraft aufzulösen und so private Investitionen weiter anzukurbeln.
Die Herausforderung der Kapitalbeschaffung und der Blick nach vorn
Ein wesentliches Hindernis auf dem Weg zum Wachstum bleibt die Kapitalbeschaffung. Banken agieren angesichts hoher Insolvenzzahlen und strenger regulatorischer Vorgaben weiterhin zurückhaltend bei der Kreditvergabe. Dies wurde indirekt auch in der Pressekonferenz der OeNB deutlich, wo die abnehmende Überschussliquidität der Geschäftsbanken bei der EZB thematisiert wurde.
Handlungsempfehlungen zur Finanzierung:
Für wachstumsorientierte Unternehmen ist der klassische Bankkredit nicht mehr die einzige oder immer verfügbare Option. Es wird daher empfohlen, alternative Finanzierungsquellen proaktiv zu prüfen und zu erschließen:
- Beteiligungskapital
- Mezzanine-Finanzierungen
- Spezialisierte Förderprogramme
Immer dann, wenn es um Wachstumssprünge geht, ist es ratsam, sich professionelle Unterstützung bei der Strukturierung von Unternehmensfinanzierungen zu suchen. PRAFIN | Walter Pramhas & Netzwerkpartner freuen sich, wenn wir mit Expertise begleiten können.
Quelle/Basis: Wirtschaftsprognosen DIW, OeNB (August/September 2025)
